
Unsere Familienreise auf die Île de Beauté
Nach unserer ersten großen Wohnmobilreise nach Sardinien im Jahr 2025 stand für uns schnell fest: Wir möchten wieder mit dem Camper losziehen und eine neue Insel entdecken. Dieses Mal sollte es Korsika werden.
Eine Insel, die uns mit ihrer Mischung aus türkisfarbenem Meer, beeindruckenden Bergen, kleinen Buchten und wilder Natur schon lange neugierig gemacht hatte. Gleichzeitig wussten wir: Korsika ist anders als viele andere Mittelmeerziele. Die Straßen sind kurviger, die Landschaft ursprünglicher und eine Reise mit einem 7,5 Meter langen Wohnmobil will gut geplant sein.
Im Juli 2026 war es dann soweit. Nach der Abholung unseres Wohnmobils starteten wir gemeinsam mit unseren zwei Kindern (2,5 und 5 Jahre) in unser nächstes Abenteuer.
Vor uns lagen elf Tage auf Korsika.
Was uns erwartete, war eine abwechslungsreiche Reise zwischen Meer und Bergen: Wir badeten in türkisfarbenen Buchten, wanderten durch beeindruckende Felslandschaften, suchten Abkühlung in klaren Bergflüssen und entdeckten kleine Orte, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Unsere Route im Überblick
Unsere Korsika-Reise führte uns einmal quer über die Insel.
Nach der Anreise durch Italien und der Fährüberfahrt von Livorno nach Bastia (Fährfahrten direkt hier vergleichen und buchen) starteten wir an der Ostküste rund um Solenzara. Von dort ging es weiter in den Süden zu den berühmten Stränden rund um Porto-Vecchio.
Anschließend fuhren wir in den ruhigeren Südwesten nach Propriano und Sartène, bevor wir die spektakuläre Westküste mit Piana und den Calanques entdeckten.
Zum Abschluss führte uns unsere Route ins Inselinnere nach Corte. Dort erlebten wir ein ganz anderes Korsika: Berge, tiefe Täler und glasklare Flüsse.

Unsere Erfahrung mit der Hauptsaison
Unsere Reise fand Anfang und Mitte Juli statt – also zu einer Zeit, in der Korsika bereits als sehr voll gilt. Vor unserer Reise hatten wir deshalb häufig gelesen, dass es in den Sommermonaten schwierig sein kann, spontan einen Stellplatz auf einem Campingplatz zu bekommen und dass viele Strände und Sehenswürdigkeiten stark überlaufen sind.
Unsere eigenen Erfahrungen waren allerdings überraschend anders.
Wir hatten während unserer gesamten Reise keine Probleme, einen Stellplatz zu bekommen. Egal, ob an der Ostküste, im Süden, an der Westküste oder im Landesinneren – wir fanden überall problemlos einen Platz. Teilweise konnten wir uns sogar noch aus mehreren freien Stellplätzen einen aussuchen.
Auch an den Stränden und unterwegs hatten wir häufig nicht das Gefühl, dass Korsika überlaufen wäre. Natürlich gab es an den bekannten Stränden mehr Menschen und beliebte Orte waren nicht menschenleer. Insgesamt empfanden wir die Insel Anfang und Mitte Juli aber deutlich entspannter, als wir es im Vorfeld erwartet hatten.
Ob sich das im August deutlich anders darstellt, können wir natürlich nicht beurteilen. Unsere Erfahrung für Anfang und Mitte Juli war jedoch: Mit etwas Flexibilität war das Reisen mit dem Wohnmobil für uns problemlos möglich.
Die Anreise nach Korsika
Unsere Reise begann bereits vor der Insel.
Nachdem wir unser Wohnmobil übernommen und eingeräumt hatten, starteten wir direkt Richtung Süden. Unser erster Zwischenstopp führte uns bis nach Trient, wo wir über Park4Night einen wunderschönen Stellplatz oberhalb der Stadt fanden.
Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Meer. Bei Viareggio legten wir eine Pause ein und verbrachten die ersten Stunden am Strand.
Am Abend fanden wir einen tollen Stellplatz bei einer Pizzeria in Stagno nahe Livorno. Von dort aus hatten wir nur 10 bis 15 Minuten bis zum Fährhafen.
Die Überfahrt mit Moby Lines von Livorno nach Bastia (gebucht über Direct Ferries) verlief problemlos. Besonders praktisch für Familien: Auf dem Schiff gibt es einen Kinderbereich, sodass die Überfahrt für unsere Kinder abwechslungsreich blieb.
Nach der Ankunft in Bastia begann unser eigentliches Korsika-Abenteuer.
Mehr zur Anreise, unseren Zwischenstopps und der Fährfahrt findet ihr hier.

Solenzara und Bavella – unser Start auf Korsika
Für unseren ersten Stopp auf der Insel wählten wir Solenzara an der Ostküste.
Unser Campingplatz Côte des Nacres lag direkt am Meer und war für uns der perfekte Ort, um nach der langen Anreise erst einmal durchzuatmen. Die große Stellfläche, die Nähe zum Wasser und die entspannte Atmosphäre haben uns sofort gefallen.
Schon hier merkten wir, wie abwechslungsreich Korsika ist. Nur wenige Kilometer vom Meer entfernt beginnt eine beeindruckende Bergwelt.
Ein Highlight unserer ersten Tage war die Wanderung zum Trou de la Bombe am Bavella-Pass. Zwischen den markanten Felsformationen des Gebirges wanderten wir durch eine Landschaft, die kaum unterschiedlicher zum Strand sein könnte.
Auch die natürlichen Badestellen entlang der Flüsse waren für uns eine besondere Entdeckung. Je weiter wir ins Landesinnere fuhren, desto beeindruckender wurden die Gumpen und kleinen Badeplätze.
Gerade für die Kinder waren diese Orte ein riesiges Abenteuer.
Mehr zu unserer Zeit rund um Solenzara und Bavella findet ihr hier.
Porto-Vecchio – türkisfarbenes Wasser und Korsikas berühmte Strände
Von der Ostküste ging es weiter Richtung Süden nach Porto-Vecchio.
Hier warteten die Strände, für die Korsika so bekannt ist: klares Wasser, helle Felsen und wunderschöne Farben.
Unser Campingplatz Arutoli lag zwar nicht direkt am Meer, bot uns aber eine tolle Basis für unsere Ausflüge. Besonders schön fanden wir die Kombination aus Fahrradtouren, Strandtagen und kleinen Erkundungen.
Mit den Fahrrädern machten wir uns auf den Weg zum Strand San Ciprianu. Die Strecke war mit Kindern gut machbar und führte durch eine schöne Umgebung.
Auch die berühmten Strände Palombaggia und Tamaricciu wollten wir natürlich nicht auslassen. Das Wasser war wunderschön und die Landschaft rund um die Strände etwas ganz Besonderes.
Porto-Vecchio selbst hat uns auch sehr gefallen. Am Abend radelten wir in die Altstadt, schlenderten durch die Gassen, genossen ein Eis und machten noch einen Abstecher zum Hafen.
Mehr zu Porto-Vecchio und den schönsten Stränden im Süden:
„Porto-Vecchio mit dem Wohnmobil – Palombaggia, Tamaricciu und mehr“
Propriano und Sartène – die ruhigere Seite Korsikas
Nach den berühmten Stränden im Süden ging es weiter Richtung Propriano an der Südwestküste.
Hier erlebten wir ein etwas anderes Korsika: weniger bekannte Strände, kleinere Buchten und eine entspanntere Atmosphäre.
Der Campingplatz Milelli war ein kleiner, gemütlicher Platz mit sehr netten Betreibern. Von dort aus erkundeten wir die Umgebung mit den Fahrrädern und entdeckten einige wunderschöne Buchten.
Ein besonderes Erlebnis war unser Ausflug nach Sartène.
Die alte Stadt mit ihren kleinen Gassen, Steinhäusern und schönen Aussichtspunkten hat uns sofort gefallen. Wir schlenderten durch die Straßen, genossen ein Eis und ließen den Abend bei einem Essen auf einem schönen Platz ausklingen.
Auch ein kleiner Ausflug zu einer Badestelle am Fluss bei Burgo blieb uns in Erinnerung. Nach einer Fahrt mit den Fahrrädern wartete dort klares Wasser und eine schattige Pause – genau das Richtige bei den sommerlichen Temperaturen.
Hier findet ihr mehr zu Propriano und Sartène.

Piana und die wilde Westküste Korsikas
Die Westküste zeigte uns noch einmal eine völlig andere Seite der Insel.
Rund um Piana treffen beeindruckende Felsformationen auf das tiefblaue Meer. Schon die Fahrt dorthin war ein Erlebnis – gleichzeitig aber auch eine Strecke, bei der man mit einem größeren Wohnmobil etwas mehr Zeit einplanen sollte.
Unser Campingplatz d’Arone lag oberhalb eines wunderschönen Strandes. Der Strand selbst war traumhaft: klares Wasser, wenig Wellen und eine entspannte Atmosphäre.
Ein großes Abenteuer war unsere Wanderung zum Capo Rosso. Der Weg führte durch eine beeindruckende Landschaft mit immer neuen Ausblicken auf die Küste, roten Felsen und einem Genueserturm als Ziel. Die Wanderung gehört auf jeden Fall zu den Erlebnissen, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Auch Piana selbst war einen Besuch wert. Bei einem Spaziergang durch den Ort und einer kleinen Wanderung entdeckten wir die beeindruckende Landschaft rund um die Calanques.
Die nächste Nacht verbrachten wir in Cargèse, um die Fahrzeit zu unserem nächsten geplanten Stopp in Corte etwas abzukürzen. Dort hatten wir einen tollen Strandnachmittag und ein noch schöneres Beachrestaurant gefunden, das wir euch sehr ans Herz legen können.
Mehr zur Westküste:
„Piana, Calanques, Capo Rosso & Cargèse– die wilde Seite Korsikas“
Corte und das Restonica-Tal – das wilde Herz Korsikas
Zum Abschluss unserer Reise fuhren wir nach Corte.
Hier tauschten wir das Meer gegen Berge und Flüsse – und genau diese Abwechslung machte diesen Teil der Reise so besonders.
Unser Campingplatz Chez Bartho lag direkt am Fluss und bot eine ganz andere Atmosphäre als die Plätze an der Küste.
Corte selbst hat uns mit seiner Lage beeindruckt. Die Zitadelle thront über der Stadt und bietet tolle Ausblicke.
Das größte Highlight war jedoch das Restonica-Tal.
Mit dem Bus ging es Richtung Tal, von wo aus wir eine Wanderung starteten. Unser Ziel waren die natürlichen Badestellen im Fluss. Das Wasser war kalt, aber nach den heißen Tagen eine perfekte Erfrischung.
Für die Kinder war dieser Ausflug ein echtes Abenteuer: klettern, rutschen, baden und die Natur entdecken.
Mehr zu Corte und dem Restonica-Tal findet ihr hier.

Die Rückreise von Korsika
Nach zwei intensiven Wochen hieß es schließlich Abschied nehmen.
Unsere Fähre ging um 14 Uhr von Bastia zurück nach Italien. Vor der Abfahrt nutzten wir noch die Zeit, um die Stadt zu erkunden, durch die Gassen zu schlendern und ein letztes Eis zu genießen.
Bastia hat eine schöne Promenade, auf der man auch bis zum Leuchtturm am Meer entlanggehen kann. In den Gassen der Altstadt gibt es viele kleine Läden und Bars. Nach einem kurzen Stopp am Spielplatz holten wir unser Wohnmobil und fuhren zur Fähre.
Nach der Überfahrt hielten wir wieder an der gleichen Pizzeria wie bei der Hinfahrt – in Stagno bei Il Tritone. Dort genossen wir noch einmal die leckere Pizza, duschten und machten die Kinder bettfertig.
Anschließend fuhren wir noch bis nach Sirmione, wo wir die Nacht auf dem Parkplatz eines Sportvereins verbrachten. Am nächsten Morgen machten wir uns über Südtirol auf den Weg zurück nach Hause.
Nach vielen Eindrücken, langen Fahrten und unzähligen kleinen Erlebnissen kamen wir schließlich wieder zu Hause an.
Unser Fazit
Wir sind mit der Vorstellung gefahren, hauptsächlich wunderschöne Strände zu entdecken. Zurückgekommen sind wir mit Erinnerungen an viel mehr.
An türkisfarbenes Wasser und kleine Buchten. An kurvige Straßen mit unglaublichen Ausblicken. An Wanderungen durch beeindruckende Landschaften. An kalte Flüsse in den Bergen und an viele kleine Momente als Familie.
Die Reise war nicht immer einfach. Die Hitze im Juli, die teilweise anspruchsvollen Straßen und die Planung mit einem großen Wohnmobil haben uns gefordert.
Aber genau diese Mischung macht Korsika aus.
Die Insel ist wilder, ursprünglicher und abwechslungsreicher als viele andere Mittelmeerziele. Wer gerne draußen unterwegs ist, Natur liebt und nicht nur am Strand liegen möchte, wird Korsika lieben.
Besonders positiv überrascht hat uns außerdem, dass Korsika Anfang und Mitte Juli deutlich weniger überlaufen war, als wir vor unserer Reise erwartet hatten.
Für uns war es eine wunderschöne Familienreise – und wir würden jederzeit wiederkommen.
Denn trotz der elf Tage auf der Insel haben wir längst nicht alles gesehen.
Passend dazu
Anreise und Fährüberfahrt nach Korsika
Solenzara & Bavella – Wandern, Gumpen, Strände