
Nach unseren Tagen rund um Piana und Cargèse ging es für uns weiter in Richtung Landesinnere. Unser nächstes Ziel war Corte.
Damit verließen wir die Küste und fuhren immer weiter hinein in die korsische Bergwelt. Die Landschaft veränderte sich dabei schnell: Aus Küstenstraßen wurden kurvige Bergstraßen, kleine Orte lagen zwischen steilen Hängen und immer wieder öffneten sich beeindruckende Ausblicke auf die umliegenden Berge.
Corte sollte der letzte große Stopp unserer Korsika-Reise werden. Und obwohl wir die Insel vor allem wegen ihrer Strände besucht hatten, wurde gerade dieser Abschnitt zu einem unserer schönsten Reiseerlebnisse.
Die Fahrt ins Inselinnere
Die Fahrt nach Corte führte uns durch eine wunderschöne Berglandschaft. Immer wieder schlängelte sich die Straße durch kleine Bergdörfer und enge Kurven. Hinter jeder Kurve warteten neue Ausblicke auf die korsische Landschaft.
Mit unserem 7,5 Meter langen Wohnmobil war die Strecke zwar gut machbar, trotzdem sollte man für die Fahrt ausreichend Zeit einplanen. Die vielen Kurven machen die Strecke etwas langsamer, als es die Entfernung zunächst vermuten lässt.
Für uns war die Fahrt aber ein Teil des Erlebnisses. Nach den Tagen an der Küste fühlte sich Korsika hier plötzlich ganz anders an. Die Landschaft wurde ursprünglicher und die Berge rückten immer näher.
Achtung bei der Fahrt nach Corte: In einem Ort kurz vor Corte müssen größere Fahrzeuge rechts abbiegen und können nicht durch den Ort fahren. Ein Schild weist auf die Umfahrung hin. Auch in Corte selbst dürfen einige Straßen mit größeren Fahrzeugen nicht befahren werden.
Unser Campingplatz in Corte: Chez Bartho
In Corte angekommen, bezogen wir unseren Platz auf dem Campingplatz Chez Bartho.
Die Anfahrt ist bereits ein kleines Abenteuer. Die Brücke über den Fluss, die zum Campingplatz führt, ist sehr eng. Mit unserem Wohnmobil mussten wir hier etwas aufpassen, die Überfahrt war aber gut machbar.
Der Campingplatz selbst ist eher unaufgeregt, bietet aber alles, was man braucht. Es gibt eine Ver- und Entsorgungsmöglichkeit, einen Brötchenservice und Waschmaschinen. Außerdem gibt es ein Restaurant auf dem Platz.
Was den Campingplatz besonders macht: Direkt neben dem Platz fließt der Fluss Tavignano. Schon nach wenigen Schritten erreicht man wunderschöne Stellen mit klarem Wasser und großen Felsen. Nach unseren Ausflügen sprangen wir gerne ins kühle Nass und erholten uns von den heißen Temperaturen.
Wir genossen es sehr, diese Möglichkeit direkt am Campingplatz zu haben und keine weiteren Wege auf uns nehmen zu müssen.
Direkt gegenüber des Campingplatzes führt außerdem eine steile Treppe hinauf in Richtung Zitadelle und Stadt. So kann man den etwas längeren Weg außen herum abkürzen.
Wanderung entlang des Flusses Tavignano
Am Abend machten wir uns noch zu einer Wanderung auf den Weg. Der Startpunkt lag direkt am Campingplatz.
Zunächst geht man auf der Straße ein Stück nach links. Anschließend biegt man wieder links ab und geht an einer Pferdekoppel vorbei. Schon bald erreicht man einen Trampelpfad, der sich immer am Fluss entlangwindet.
Die Strecke führte durch eine wunderschöne Landschaft mit vielen schattigen Abschnitten und immer wieder kleinen Gumpen.
Der Weg ist insgesamt als mittelschwer einzuschätzen. An einigen Stellen muss man ein wenig klettern und es gibt steilere Passagen. Für uns war die Tour mit unseren Kindern aber gut machbar. Den Kleinen hatten wir wie so oft in der Kraxe dabei.

Besonders schön fanden wir, dass sich die Landschaft während der Wanderung immer wieder veränderte. Zunächst ging es schattig und relativ nah am Fluss entlang. Immer wieder konnten wir das Wasser sehen und entdeckten schöne Badestellen.
Später wurde der Weg steiler und sonniger. Kleine Serpentinen führten nach oben, bevor wir schließlich auf einen geraderen Weg kamen, der wieder in Richtung Corte führte.
Unterwegs hatten wir immer wieder tolle Ausblicke auf die Berge und das Tal.
Wir entschieden uns für diese Richtung, weil wir anschließend direkt in die Stadt weitergehen konnten. Nach der Wanderung gab es für uns deshalb noch ein Eis in Corte – für die Kinder natürlich ein perfekter Abschluss.

Mit dem Bus ins Restonica-Tal
Am nächsten Tag stand unser größtes Highlight in Corte auf dem Programm: ein Ausflug ins Restonica-Tal.
Wir entschieden uns dafür, mit dem Bus ins Tal zu fahren. Wichtig zu wissen: Die Tickets muss man vorher über die App Via Corsica online kaufen.
Wir fuhren mit dem Bus um 9:20 Uhr in Richtung Restonica-Tal. Unsere Haltestelle war Corti Gara, die Endhaltestelle im Tal hieß A Frasseta. Die Rückfahrt war für 13:27 Uhr geplant.
Die Fahrt selbst ist bereits ein Erlebnis. Der Bus ist relativ klein und die Straße ins Tal sehr kurvig und eng. Wer schnell reisekrank wird, sollte vielleicht möglichst weit vorne sitzen.
Die Fahrt kostet 4 Euro pro Erwachsenen. Kinder unter acht Jahren fahren kostenlos mit. Für uns als Familie waren das insgesamt 8 Euro.
Wanderung und Badestellen im Restonica-Tal
Die Wanderung begann direkt an der Bushaltestelle.
Zunächst führte ein Weg oberhalb der Straße nach links. Der Weg war wunderschön und insgesamt gut zu gehen. Immer wieder gab es etwas steilere Abschnitte, die aber auch für uns mit den Kindern kein Problem darstellten.
Eine Zeit lang hatten wir das Gefühl, uns immer weiter vom Fluss zu entfernen. Dafür wurden wir mit tollen Ausblicken auf die umliegenden Berge belohnt.
Nach einiger Zeit führte der Weg wieder leicht bergab. Irgendwann hörten wir schließlich das Rauschen des Wassers.

Entlang des Flusses gibt es immer wieder wunderschöne Gumpen und natürliche Badestellen. Wir suchten uns schließlich eine der ersten Stellen aus, die wir erreichten, da wir nicht zu viel Zeit verlieren wollten.
Das Wasser war sehr klar und ziemlich kalt, aber nach der Wanderung eine herrliche Erfrischung.
Für die Kinder war die Badestelle ein echtes Abenteuer. Sie kletterten über die Felsen, rutschten hinunter, warfen Steine ins Wasser und sprangen immer wieder hinein.
Wir hätten hier problemlos noch viel länger bleiben können. Die Umgebung ist einfach wunderschön und beeindruckend – auch für uns Erwachsene. Außerdem waren wir hier fast alleine unterwegs. Es war kaum etwas los.

Der Rückweg zum Bus
Für den Rückweg entschieden wir uns für den einfacheren Weg auf der anderen Seite des Wassers.
Dieser führt etwa 20 Meter oberhalb des Flusses zurück in Richtung Bushaltestelle. Auf dem Weg gibt es zwei Brücken, die bei unserem Besuch allerdings eingestürzt waren. Deshalb mussten wir den Fluss an diesen Stellen durchqueren.
Das war grundsätzlich nicht besonders anspruchsvoll. Man sollte sich aber etwas Zeit nehmen, um die beste Stelle für die Querung zu finden. Badeschuhe sind hier aus unserer Sicht sehr hilfreich und natürlich generell für den Besuch der Badegumpen empfehlenswert.
Der Rückweg dauerte bei uns ungefähr 50 Minuten. Wir kamen etwa zehn Minuten vor der Abfahrt des Busses an. Ohne es vorher wirklich abschätzen zu können, hat der Rundweg zeitlich also sehr gut geklappt.
Wer nicht wandern möchte, kann übrigens auch einfach von der Bushaltestelle aus ein Stück die Straße entlanglaufen. Bereits nach etwa fünf bis zehn Minuten erreicht man wunderschöne Badestellen am Fluss.
Direkt bei der ersten eingestürzten Brücke fanden wir bereits tolle Stellen zum Baden.
Wer mit Kindern unterwegs ist und nicht unbedingt eine längere Wanderung machen möchte, kann also auch einfach mit dem Bus ins Tal fahren und sich eine Badestelle in der Nähe der Straße suchen.

Mit Kindern ins Restonica-Tal
Für uns war das Restonica-Tal ein perfektes Ausflugsziel mit Kindern.
Die Wanderung war abwechslungsreich, die Landschaft wunderschön und die Badestellen sorgten dafür, dass auch die Kinder immer wieder ein neues Ziel vor Augen hatten.
Gerade bei sommerlichen Temperaturen ist die Kombination aus Wandern und Baden ideal.
Auch mit dem normalen Auto kann man den ersten Teil des Tals gut erreichen. Hier findet man zahlreiche Parkplätze entlang der Straße und ebenso viele schöne Badestellen. Allerdings ist das Tal im Sommer natürlich sehr beliebt und an den schönen Badestellen kann entsprechend viel los sein.
Corte und die Zitadelle
Auf unserem Weg von der Bushaltestelle zurück zum Campingplatz machten wir noch einmal Halt in der Stadt.
Corte ist teilweise recht heruntergekommen, hat aber trotzdem schöne Gassen mit kleinen Läden und eine besondere Atmosphäre. Besonders beeindruckend ist natürlich die Lage der Stadt. Die Zitadelle thront oben auf dem Felsen und ist schon allein deshalb ein besonderer Anblick.
Wir schlenderten durch die Gassen, genossen ein Eis und kauften noch ein paar Souvenirs.
Auf dem Marktplatz befindet sich auch die Haltestelle der Bimmelbahn. Wir kauften uns ein Ticket und machten eine Stadtrundfahrt. Für Erwachsene kostet die Fahrt 7,50 Euro, für Kinder 3,50 Euro.
Ganz ehrlich: Wir würden die Fahrt nicht unbedingt noch einmal machen. Für die Kinder war es zwar kurzzeitig spannend, insgesamt fanden wir den Preis für das Erlebnis aber eher hoch.
Am Nachmittag kehrten wir noch einmal zum Campingplatz zurück und badeten lange im Fluss.

Pizza zum Abschluss
Am Abend kochten wir zunächst selbst auf dem Campingplatz.
Da wir noch nicht direkt bei der Zitadelle gewesen waren, entschieden wir uns später noch für den Weg über die Treppen hinauf zum Aussichtspunkt.
Unsere Kinder waren von unserem selbstgekochten Essen zuvor allerdings nicht besonders begeistert. Deshalb holten wir ihnen später noch eine Pizza im Lokal A Casuccia – die wirklich sehr lecker war.
Was uns besonders beeindruckt hat: Wir setzten uns mit der Pizza auf eine Treppe gleich in der Nähe des Lokals. Nach einiger Zeit kam der Besitzer heraus und brachte uns eine Flasche Wasser und vier Gläser.
Das war wirklich unglaublich nett und eine schöne kleine Begegnung zum Abschluss unseres Aufenthalts in Corte.
Unser Fazit zu Corte und dem Restonica-Tal
Corte war für uns ein ganz besonderer Abschluss unserer Korsika-Reise.
Nach den vielen Tagen am Meer erlebten wir hier noch einmal eine völlig andere Seite der Insel. Statt Stränden und Buchten erwarteten uns Berge, tiefe Täler, klare Flüsse und beeindruckende Landschaften.
Besonders gut gefallen hat uns die Kombination aus Natur und Aktivitäten. Wir konnten wandern, in den Gumpen baden, durch Corte schlendern und die Zitadelle erkunden.
Für Familien mit Kindern ist das Restonica-Tal aus unserer Sicht ein tolles Ausflugsziel. Die Wanderung ist abwechslungsreich und die natürlichen Badestellen machen den Ausflug auch für Kinder zu einem echten Abenteuer.
Unser Campingplatz Chez Bartho hatte eine tolle Lage direkt am Fluss und auch die Nähe zur Stadt hat uns sehr gut gefallen.
Corte hat uns gezeigt, wie vielfältig Korsika ist. Innerhalb weniger Tage kann man von traumhaften Stränden in eine beeindruckende Bergwelt wechseln und zwischen hohen Felsen in glasklarem Flusswasser baden.
Übrigens: Passend zu unserem letzten Abend auf Korsika gab es nachts noch ein tolles Feuerwerk.
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