
Nach unseren Tagen rund um Porto-Vecchio und den berühmten Stränden im Süden Korsikas ging es für uns weiter an die Südwestküste der Insel. Unser nächstes Ziel war Propriano.
Die Region rund um Propriano hat uns eine ganz andere Seite Korsikas gezeigt. Hier gibt es zwar ebenfalls wunderschöne Strände und glasklares Wasser, insgesamt wirkte die Gegend auf uns aber etwas ruhiger und weniger touristisch als der Süden rund um Porto-Vecchio.
Unser Campingplatz bei Propriano
Für unseren Aufenthalt entschieden wir uns für den Campingplatz Milelli.
Der Campingplatz ist eher klein und gemütlich und hat uns von Anfang an gut gefallen. Besonders positiv in Erinnerung geblieben sind uns die beiden Betreiberinnen, die unglaublich freundlich waren und uns viele Tipps für die Umgebung gaben.
Die Sanitäranlagen waren neu und sehr sauber. Außerdem gibt es einen kleinen Pool, der zum Campingplatz Colomba gehört und von den Gästen des Campingplatzes Milelli mitbenutzt werden darf.
Für Familien gibt es einen kleinen Spielplatz. Außerdem sind eine Ver- und Entsorgungsstation, Waschmaschinen, ein Brötchenservice und ein kleiner Laden vorhanden. WLAN ist kostenlos.
Der Campingplatz liegt etwas außerhalb von Propriano. Mit dem Fahrrad ist die Stadt aber in etwa 10 bis 15 Minuten erreichbar. Der Weg führt zunächst über einen kleinen Hügel, stellt aber kein Problem dar.
Gerade für uns mit den Fahrrädern war der Campingplatz deshalb eine gute Ausgangsbasis für unsere Ausflüge.
Strände und Buchten rund um Propriano
Von der Betreiberin unseres Campingplatzes bekamen wir viele Tipps zu schönen Stränden und Buchten in der Umgebung.
Rund um Propriano gibt es zahlreiche kleine Buchten und Strände, die man mit dem Fahrrad gut erreichen kann. Viele davon sind deutlich ruhiger als die bekannten Strände im Süden der Insel.
Wir machten uns deshalb immer wieder auf den Weg und erkundeten die Küste.
Eine der schönsten Buchten, die wir besuchten, war ein kleiner Privatstrand, den uns die Betreiberin unseres Campingplatzes empfohlen hatte. Sie gab uns dafür einen Pin für die Schranke und wir hatten großes Glück, dass wir diesen besonderen Ort entdecken durften.
Die Bucht war wunderschön, das Wasser glasklar und insgesamt waren nur sehr wenige Menschen dort.
Wir wollten anschließend eigentlich noch weitere kleinere Buchten besuchen, die uns die Betreiberin empfohlen hatte. Da unser Sohn während der kurzen Fahrt im Fahrradanhänger eingeschlafen war, entschieden wir uns allerdings, zum Campingplatz zurückzukehren und stattdessen den Nachmittag am Pool zu verbringen.
Unser großer Sohn hat dort tatsächlich das Schwimmen gelernt – für ihn natürlich ein ganz besonderes Erlebnis.
Sonnenuntergang in Propriano
Nach den Ausflügen und einem entspannten Nachmittag am Campingplatz wollten wir den Abend in Propriano verbringen.
Wir fuhren mit den Fahrrädern in Richtung Stadt und genossen den Sonnenuntergang in der Nähe des Leuchtturms am Strand.
Die Temperaturen waren am Abend deutlich angenehmer als tagsüber. Die Kinder konnten noch im Sand spielen und wir genossen die ruhige Atmosphäre am Meer.
Gerade nach den heißen Tagen war dieser Abend für uns besonders schön.

Baden im Fluss bei Burgo
Am nächsten Morgen machten wir uns mit den Fahrrädern auf den Weg nach Burgo. Die Betreiberin unseres Campingplatzes hatte uns eine schöne Badestelle am Fluss empfohlen, die wir gerne besuchen wollten. Die Temperaturen waren bereits am Morgen sehr heiß, sodass wir uns besonders auf ein schattiges Plätzchen am Wasser freuten.
Der kleine Ort liegt etwa 6 Kilometer vom Campingplatz entfernt und etwas weiter oben am Berg. Die Strecke führt deshalb größtenteils bergauf. Mit unseren Fahrrädern war die Fahrt aber gut machbar.
Fährt man durch Burgo hindurch, entdeckt man auf der linken Seite einen orangefarbenen Wegweiser. Direkt gegenüber beginnt ein kleiner Trampelpfad, der durch den Wald hinunter zum Fluss führt. Nach ungefähr 15 Minuten erreicht man das Wasser.
Wir gingen noch ein kurzes Stück flussaufwärts und fanden schließlich eine wunderschöne Badestelle mit klarem Wasser.
Die Koordinaten der Badestelle sind: 41°42’39.5″ N, 8°59’00.2″ E
Die Kinder hatten viel Spaß im Wasser und beim Klettern über die Steine. Durch die schattige Lage war es dort trotz der sommerlichen Temperaturen angenehm.
Der Rückweg zu den Fahrrädern führte teilweise wieder in der Sonne bergauf und war dadurch deutlich wärmer. Trotzdem war der Ausflug für uns gut machbar.
Zurück zum Campingplatz ging es anschließend fast nur noch bergab.

Weitere Strände mit dem Fahrrad
Nach unserem Ausflug nach Burgo machte ich mich noch alleine mit dem Fahrrad auf den Weg, um weitere Strände in der Umgebung zu erkunden.
Mein Ziel: Capo Lauroso.
Der Strandabschnitt ist wunderschön und hat eine ganz besondere Atmosphäre. Im Meer liegen große Steine und das Wasser ist glasklar und türkisfarben.
Besonders schön fand ich, dass nur sehr wenige Menschen dort waren.
Gleich dahinter befindet sich ein kilometerlanger Sandstrand. Auch dort war überraschend wenig los und der Strand war wunderschön.
Die Strände rund um Propriano lassen sich mit dem Fahrrad gut erreichen. Wer mit dem Auto unterwegs ist, findet ebenfalls immer wieder Parkmöglichkeiten. Allerdings sind einige der Parkplätze höhenbeschränkt und nur für Fahrzeuge bis etwa 2,1 Meter geeignet.
Wer von Propriano aus die Strände erkunden möchte, fährt durch den Ort bergab. An einer Kreuzung zeigt ein großes Schild geradeaus in Richtung „Plages“ und rechts in Richtung „Port“. Hier fährt man links und gelangt in Richtung Capo Lauroso und zu den verschiedenen Stränden entlang der Küste.

Mit dem Bus nach Sartène
Ein weiteres Highlight unseres Aufenthalts war unser Ausflug nach Sartène.
Um 17:40 Uhr fuhr unser Bus von Propriano nach Sartène. Da wir nicht mit dem Wohnmobil hochfahren wollten, war der Bus für uns eine gute Möglichkeit, die Stadt zu besuchen.
Sartène hat uns sofort gefallen.
Die Stadt liegt im Landesinneren und wirkt mit ihren kleinen Gassen, den alten Steinhäusern und den vielen kleinen Geschäften sehr ursprünglich.
Wir schlenderten gemütlich durch die Straßen, schauten uns die Geschäfte an und genossen die besondere Atmosphäre.
Zum Abendessen kehrten wir im Café des Amies ein. Wir bestellten Pizza und Burger und waren mit dem Essen und dem Service mehr als zufrieden.
Das Restaurant liegt an einem schönen Platz. Direkt gegenüber der Straße gibt es außerdem einen kleinen Spielplatz, was für uns mit den Kindern natürlich ideal war.

Die schönsten Ausblicke in Sartène
Sartène bietet auch einige schöne Aussichtspunkte.
Wenn man den Weg hinter der Kirche nimmt, entdeckt man auf der linken Seite nach ungefähr drei Minuten Treppen, die hinunterführen. Von dort hat man einen schönen Blick bis zum Meer.
Wir gingen außerdem vom Café des Amies weiter hinauf in Richtung Museum und kamen schließlich zu einem kleinen Bistro mit einer tollen Aussicht.
Auch etwas außerhalb der Altstadt gibt es schöne Ausblicke. Wenn man die Straße beim Busparkplatz weiter hinuntergeht, kann man von einem Platz aus einen besonders schönen Sonnenuntergang genießen.
Die alten Gemäuer und die Landschaft rund um Sartène haben uns sehr gut gefallen.

Eine etwas ungewöhnliche Rückfahrt
Der Nachteil dieses Ausflugs war, dass abends kein Bus mehr zurück nach Propriano fährt. Das wussten wir bereits vorher und hatten uns vorsichtshalber am Campingplatz eine Telefonnummer für ein Taxi geben lassen.
Die Betreiberin meinten allerdings auch, dass es wohl nicht ungewöhnlich sei, per Anhalter zurückzufahren. Das war zunächst unser Plan A.
Nach ungefähr 15 Minuten hatten wir tatsächlich Glück und wurden von jemandem mitgenommen.
Ob wir diese Variante mit kleinen Kindern unbedingt empfehlen würden, wissen wir selbst nicht. Für uns hat es in diesem Moment aber gut funktioniert und war eine kleines spontanes Abenteuer.
Wer lieber sicher planen möchte, kann natürlich auch ein Taxi nehmen. Wir würden uns in diesem Fall die Telefonnummer bereits vor dem Ausflug notieren und die Rückfahrt entsprechend planen.
Unser Fazit zu Propriano und Sartène
Für uns war Propriano zunächst eine eher spontane Entscheidung. Wir suchten nach einem passenden Zwischenstopp an der Westküste, der gut zu erreichen ist, die Fahrzeit nicht zu sehr verlängert und gleichzeitig genügend Möglichkeiten für Unternehmungen bietet. Ganz sicher waren wir anfangs nicht, ob Propriano diese Erwartungen erfüllen würde.
Rückblickend hat uns die Region jedoch überraschend gut gefallen.
In der Umgebung gibt es zahlreiche wunderschöne Strände, kleine Buchten, klare Flüsse und viele Möglichkeiten, die Gegend aktiv zu erkunden. Besonders gut gefallen hat uns, dass wir vieles mit dem Fahrrad unternehmen konnten.
Die Mischung aus Strandausflügen, Fahrradtouren, einer Badestelle am Fluss und unserem Besuch in Sartène war für uns sehr abwechslungsreich.
Auch der Campingplatz Milelli war eine tolle Ausgangsbasis. Die freundlichen Betreiberinnen, die schönen Sanitäranlagen und die vielen persönlichen Tipps haben unseren Aufenthalt zusätzlich besonders angenehm gemacht.
Sartène war für uns ein echtes Highlight. Die Stadt hat eine ganz besondere Atmosphäre und bietet neben schönen Gassen und alten Steinhäusern auch tolle Ausblicke auf die Landschaft.
Propriano und die Umgebung haben uns deshalb deutlich mehr begeistert, als wir zunächst erwartet hatten. Gerade für Familien, die gerne aktiv unterwegs sind und Strände, Natur und kleine Ausflüge miteinander verbinden möchten, ist die Region unserer Meinung nach ein sehr schönes Reiseziel.
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