
Nach unseren Tagen rund um Propriano und Sartène ging es für uns weiter an die Westküste Korsikas. Unser nächstes Ziel war Piana – eine Region, auf die wir uns besonders gefreut hatten.
Die Westküste Korsikas ist bekannt für ihre beeindruckenden roten Felsformationen, kurvige Küstenstraßen und spektakulären Ausblicke auf das tiefblaue Mittelmeer. Besonders die Calanques de Piana gehören zu den bekanntesten Landschaften der Insel.
Für uns war dieser Abschnitt eine Mischung aus Strand, beeindruckenden Wanderungen und kleinen Entdeckungen. Gleichzeitig merkten wir hier besonders deutlich, dass man mit einem 7,5 Meter langen Wohnmobil auf Korsika etwas mehr Zeit einplanen sollte.
Unser Campingplatz am Plage d’Arone
Für unseren Aufenthalt entschieden wir uns für den Campingplatz d’Arone. Die Nacht kostete 45€, die Sanitäranlagen sind völlig in Ordnung. Auch hier war es nicht überlaufen und wir verbrachten eine ruhige Nacht auf dem Platz.
Der Campingplatz liegt oberhalb des wunderschönen Plage d’Arone. Es ist ein Stück zu gehen, beovr man am Strand ankommt, wir aber gleich mit der tollen Landschaft und klarem Wasser belohnt.
Direkt bei der Beachbar gibt es die Möglichkeit, ein SUP auszuleihen. Für 8€/halbe Stunde (12€/Stunde), versuchten wir das zum ersten Mal und wir hatten alle zusammen großen Spaß daran. War wohl nicht das letzte Mal…
Eigentlich hatten wir geplant, zwei Nächte auf dem Campingplatz zu bleiben. Nach der ersten Nacht stellten wir allerdings fest, dass wir dort etwas abgelegen waren. Für viele Unternehmungen muss man zunächst über den Berg fahren. Mit dem Wohnmobil war das für uns nicht besonders praktisch.
Mit den Fahrrädern wären die vielen Höhenmeter bei den sommerlichen Temperaturen ebenfalls ziemlich anstrengend gewesen. Deshalb entschieden wir uns spontan, bereits nach einer Nacht weiterzufahren.

Wanderung zum Capo Rosso
Bevor wir die Region wieder verließen, wollten wir aber noch eine der bekanntesten Wanderungen rund um Piana unternehmen: die Tour zum Capo Rosso.
Der Ausgangspunkt liegt etwa 10 bis 15 Minuten oberhalb des Campingplatzes. Wir fuhren mit dem Wohnmobil zum Parkplatz am Startpunkt (Koordinaten: 42.235397, 8.583544). Direkt dort gibt es auch eine Bar beziehungsweise ein Restaurant.
Die Wanderung ist insgesamt ungefähr 9,5 Kilometer lang und hat rund 500 Höhenmeter. Wir benötigten mit unseren Kindern etwa dreieinviertel Stunden.
Der Weg selbst ist wunderschön und grundsätzlich nicht besonders schwer zu gehen. Während der gesamten Wanderung gibt es immer wieder tolle Ausblicke auf die Küste, das Meer und die beeindruckenden roten Felsen, die gerade am Abend – von der Sonne beschiene – noch besonderer wirken.

Unser ursprünglicher Plan war, uns einen schönen Sonnenuntergangsspot auf dem Weg zu suchen. Wir wollten nicht bis zum Genueserturm laufen, die Strecke war uns eigentlich zu weit. So starteten wir erst gegen 19:15 Uhr – im Nachhinein etwas zu spät.
Wir merkten unterwegs, dass es nicht wirklich einen passenden Stopp gibt, an dem man den Sonnenuntergang erleben kann, so dass wir immer weiter marschierten – es konnte schließlich nicht mehr weit sein. Die Wanderung wurde dadurch zum Ende etwas stressig. Wir kamen direkt zum Sonnenuntergang am Genueserturm an. Leider war es an dem Abend teilweise bewölkt, sodass wir den Sonnenuntergang nicht richtig sehen konnten.

Viele Wanderer übernachteten auf dem Genueserturm, um den Sonnenuntergang und Sonnenaufgang zu erleben. Wir machten dort eine Pause, unterhielten uns mit einer Gruppe junger Leute, die ganz in der Nähe von uns in Deutschland wohnten und traten anschließend den Rückweg an.
Ganz wichtig: Wenn ihr die Wanderung am späten Nachmittag oder Abend unternehmt, nehmt unbedingt Lampen mit. Auf dem Rückweg war es stockdunkel. Auf dem Weg trafen wir auf zahlreiche Frösche, die die Kinder natürlich faszinierten.
Gegen 23 Uhr kamen wir schließlich wieder an unserem Wohnmobil an – wirklich ziemlich erschöpft. Besonders unser großer Sohn war am Ende der Wanderung sehr tapfer, musste aber natürlich auch ein gutes Stück getragen werden.
Zurück am Campingplatz fielen wir nach einer Dusche müde ins Bett.
Trotz des weiten Weges und dem Zeitdruck, den wir teilweise hatten, war die Wanderung und Umgebung wirklich wunderschön und ein tolles Abenteuer.
Unser großer Sohn meinte am nächsten Morgen: „Können wir heute wieder eine solche Nachtwanderung machen?“ Wir brauchten erst mal noch eine Pause…

Piana und die Calanques
Am nächsten Morgen frühstückten wir noch und machten uns anschließend auf den Weg nach Piana.
Das Parken im Ort ist mit einem größeren Wohnmobil nicht ganz einfach. Wir fanden einen Parkplatz gegenüber des Friedhofs, etwas außerhalb des Ortszentrums.
Von dort aus machten wir uns zu Fuß auf einen kleinen Rundweg.
Zunächst führte der Weg ein Stück entlang der Straße Richtung Calanques. Teilweise gibt es einen kleinen Gehweg. Nach einiger Zeit bogen wir bei einem Quad-Anbieter rechts auf einen Hügel ab und folgten einem Weg mit gelber Markierung in den Wald.
Die Strecke war nicht besonders schwer zu gehen und führte ab dem Waldstück komplett durch Schatten. Unterwegs gab es einen kleinen Übungs- beziehungsweise Bewegungsparcours, der für die Kinder eine schöne Abwechslung war.
Natürlich wurden außerdem wieder unzählige Stöcke und Steine gesammelt.
Immer wieder gab es schöne Ausblicke auf die beeindruckenden Felsformationen der Calanques de Piana. Die Landschaft rund um Piana ist wirklich außergewöhnlich und wirkt durch die roten Felsen ganz anders als viele andere Regionen Korsikas.
Der Weg führte schließlich wieder zurück in den Ort.
In Piana selbst gönnten uns ein Eis auf dem Marktplatz. Der Ort hat uns mit seinen schönen Ausblicken und der besonderen Lage sehr gut gefallen.
Mit dem Wohnmobil durch Korsika
Unser nächster Stopp sollte Corte sein. Um dorthin zu gelangen, könnte man nun von Piane Richtung Porte und dann nach Corte fahren. Da der Weg dort aber sehr schmal und kurvig (aber auch wunderschön) sein soll, entschieden wir uns, wieder ein Stück zurück zu fahren und die Straße über Cargèse und Ajaccio zu nehmen.
Da wir schon nach einer Nacht vom Camping d´Arone abgereist sind, entschieden wir uns, diese in Cargèse zu bleiben.
Die Route dorthin entlang der Westküste ist landschaftlich wunderschön. Es geht viel an der Küste an türkisblauen Buchten und tollen Stränden entlang und auch im Landesinneren führt die Straße durch eine beeindruckende Landschaft.
Cargèse – unser Zwischenstopp zwischen Piana und Ajaccio
Die Umgebung rund um Cargèse bietet einige schöne Wanderungen, unter anderem zum Genueserturm Punta d’Omigna, der besonders zum Sonnenuntergang ein tolles Ziel sein soll. Nach unserer anstrengenden Wanderung zum Capo Rosso am Vortag entschieden wir uns jedoch für ein etwas ruhigeres Programm.
Unser Campingplatz Torraccia lag etwas außerhalb von Cargèse und war terrassenförmig angelegt. Besonders positiv überrascht waren wir von den familienfreundlichen Einrichtungen: Es gab ein Kinderbad, eine Kinderdusche und einen großzügigen Familienbereich bei den Sanitäranlagen. Auch ein Pool mit Wasserrutsche ist vor Ort, für die Kinder natürlich super!
Mit unserem Wohnmobil waren wir zunächst etwas unsicher, da der Platz eigentlich nicht auf größere Fahrzeuge ausgelegt ist. Trotzdem bekamen wir einen passenden Stellplatz und konnten die Nacht dort gut verbringen. Achtung: Es gibt dort keine Ver- und Entsorgungsmöglichkeit.
Am Nachmittag machten wir uns mit den Fahrrädern auf den Weg zum Strand Plage de Chiuni. Die Strecke über den Weg direkt hinter dem Campingplatz können wir mit dem Rad allerdings nicht empfehlen – der Weg ist dort sehr steil und teilweise steinig. Zurück zum Platz nahmen wir deshalb lieber die Straße.
Der Strand selbst war für uns nicht der schönste der Reise – man ist auf Korsika aber doch schnell verwöhnt. Das Wasser war teilweise glasklar, allerdings gab es einige Algen und der Strand fällt schneller ab als viele andere Buchten, die wir besucht hatten.

Unser eigentlicher Plan war, den Abend bei einem Essen am Strand und einem Sonnenuntergang ausklingen zu lassen. Leider hatte das kleine Strandrestaurant bereits geschlossen, als wir uns etwas holen wollten. Also änderten wir spontan unser Vorhaben, fuhren zurück zum Wohnmobil, zogen uns um und machten uns mit dem Wagen auf zum Plage du Pero.
Diese Entscheidung stellte sich als Glücksgriff heraus. Im Strandrestaurant Paillote A Piaghja genossen wir leckere Burger mit Blick auf das Meer. Das Restaurant ist wunderschön und der Service sehr freundlich.
Danach setzten wir uns noch an den Strand. Die Stimmung dort war einfach wunderbar: der Sand unter den Füßen, die untergehende Sonne und die Kinder, die noch einmal am Strand spielten. Für uns war es ein perfekter Abschluss eines langen Reisetages.

Unser Fazit zu Piana und der Westküste
Piana und die Westküste Korsikas waren für uns einer der landschaftlich beeindruckendsten Abschnitte unserer Reise.
Die Kombination aus roten Felsformationen, tiefblauem Meer, kleinen Buchten und beeindruckenden Wanderwegen macht die Region zu etwas ganz Besonderem.
Besonders die Wanderung zum Capo Rosso wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Auch wenn wir unseren Sonnenuntergang verpasst haben und der Rückweg dadurch ziemlich anstrengend wurde, war die Landschaft während der gesamten Tour beeindruckend.
Der Plage d’Arone hat uns ebenfalls sehr gut gefallen. Allerdings würden wir bei einer erneuten Reise wahrscheinlich einen Campingplatz wählen, der etwas zentraler liegt und von dem aus man mehr unternehmen kann, ohne jedes Mal mit dem Wohnmobil über den Berg fahren zu müssen.
Piana selbst ist einen Besuch unbedingt wert. Der Ort ist klein, charmant und bietet wunderschöne Ausblicke auf die berühmten Calanques.
Wer Korsika mit Kindern bereist und gerne wandert, beeindruckende Landschaften liebt und auch kurvige Straßen nicht scheut, sollte die Region rund um Piana unbedingt einplanen.
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