
Eigentlich wollten wir zwei Nächte auf La Maddalena verbringen. Durch ein Missgeschick bei unserer Fährbuchung wurde daraus allerdings nur eine Nacht. Rückblickend ist das einer der wenigen Punkte unserer Sardinien-Reise, die wir gerne anders gemacht hätten – denn die Insel hat uns vom ersten Moment an begeistert.
Türkisblaues Wasser, beeindruckende Felsformationen und entspannte Straßen machten La Maddalena zu einem unserer schönsten Stopps auf Sardinien.
Wir waren mit unserem Wohnmobil und zwei Kindern (4 Jahre und 1,5 Jahre) unterwegs und haben die Insel überwiegend mit dem Fahrrad erkundet.
Ankunft auf La Maddalena
Die Fähre nach La Maddalena legt von Palau ab, die Überfahrt dauert ca. 20 Minuten. Die Fährtickets kann man vorab über directferris buchen – in der Nebensaison auch direkt auf dem Schiff. Zu unserer Zeit bezahlten wir für unsere Konstellation insgesamt 64€.
Nach der Überfahrt erreichten wir den Campingplatz Campeggio Sole, der für uns Ausgangspunkt für die Erkundung der Insel war.
Da wir nur diesen einen Tag auf der Insel hatten, wollten wir ihn möglichst gut nutzen und hatten uns ein paar Programmpunkte vorgenommen.
Mit dem Fahrrad zum Spiaggia del Cardellino
Unser erstes Ziel war der Spiaggia del Cardellino.
Die Strecke dorthin legten wir mit den Fahrrädern zurück. Am Strand angekommen, waren wir sofort begeistert.
Das Wasser war kristallklar und die großen, hellen Granitfelsen schufen eine Kulisse, die mehr an die Seychellen erinnerte, als an das Mittelmeer. Die Kinder waren sofort im Sand beschäftigt, während wir einfach den Ausblick genossen.

Wenn Google Maps eigene Pläne hat
Der Rückweg entwickelte sich dann zu einem kleinen Abenteuer.
Eigentlich wollten wir einen Rundweg zurück zum Campingplatz fahren. Google Maps hatte allerdings andere Ideen und schickte uns über Wege, die sich zunehmend in schmale und teilweise ziemlich anspruchsvolle Pfade verwandelten.
Für Erwachsene war das schon anstrengend, für unseren Vierjährigen auf seinem eigenen Fahrrad erst recht.
Im Nachhinein können wir darüber lachen, in diesem Moment war die Stimmung allerdings etwas gemischt. Zum Glück ließ sich die Motivation mit einem Eis vom Supermarkt schnell wiederherstellen.
Sonnenuntergang auf Caprera – ein echtes Highlight
Am Abend stand für uns noch ein besonderer Ausflug auf dem Programm. Über die lange Brücke ging es auf die Nachbarinsel Caprera, wo wir zum Monte Tejalone wandern wollten.
Schon während des Aufstiegs wurde klar, dass sich der Weg lohnen würde. Als die Sonne langsam Richtung Horizont sank, färbte sich die Landschaft in warme Gold- und Orangetöne. Das Meer glitzerte unter uns und die umliegenden Inseln zeichneten sich als dunkle Silhouetten ab.
Unsere Kinder waren erstaunlich motiviert und meisterten den Weg mit viel Begeisterung. Dieser Sonnenuntergang gehört bis heute zu den Erinnerungen, die uns von Sardinien am stärksten im Gedächtnis geblieben sind.

Die Wanderung selbst ist nicht besonders schwierig. Auf den letzten Metern führen allerdings einige größere Stufen hinauf zum Aussichtspunkt. Oben angekommen wird es stellenweise etwas enger, sodass mit Kindern ein wenig Vorsicht geboten ist. Der Blick über die Inselwelt von La Maddalena und der Sonnenuntergang entschädigen jedoch mehr als genug für den kurzen Aufstieg.
Wer die Tour zum Sonnenuntergang plant, sollte unbedingt an eine gute Beleuchtung für Fahrräder und Fahrradanhänger denken.
Fazit
La Maddalena hat uns trotz unseres kurzen Aufenthalts vollkommen überzeugt.
Die Mischung aus türkisblauem Wasser, beeindruckenden Felsformationen, familienfreundlichen Stränden und wunderschönen Ausblicken macht die Insel zu einem perfekten Ziel für Familien. Besonders gefallen hat uns, dass sich viele Orte gut mit dem Fahrrad erkunden lassen und die Entfernungen überschaubar sind.
Wenn wir eines Tages nach Sardinien zurückkehren, würden wir hier definitiv mehr Zeit einplanen. Eine Nacht war für uns viel zu wenig, um die Insel in Ruhe zu entdecken.
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